
Dr. Kathrin Gassert & Thomas Räuchle-Gehrig im Live Interview
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Beitrag lesenVon Entrepreneurship Campus

In ihrer sehr persönlichen und kraftvollen Keynote spricht Günes Seyfarth über Mut zu großen Zielen, Verantwortung und die Entscheidung, Teil der Lösung zu werden – statt Teil des Problems zu bleiben. Ausgangspunkt ihrer unternehmerischen Reise sind reale gesellschaftliche Missstände, die sie nicht hinnehmen wollte: fehlende Kitaplätze, Ressourcenverschwendung, Lebensmittelverschwendung und mangelnde Wertschätzung für Umwelt und Mensch.
Ohne pädagogischen Hintergrund gründete sie zunächst aus eigener Notwendigkeit heraus eine Kita, die sich schrittweise zu einer größeren Betreuungseinrichtung entwickelte. Es folgten weitere Initiativen wie mamikreisel, eine Plattform für nachhaltiges Tauschen von Kinderkleidung, die ihr erstmals das enorme Ausmaß unseres Überflusses vor Augen führte.
Im Zentrum der Keynote steht ihr aktuelles Wirken rund um Lebensmittelrettung, Community Kitchens und Umweltbildung. Günes Seyfarth macht deutlich, dass Lebensmittelverschwendung eine der wirksamsten Hebel im Klimaschutz ist und dass wir nicht im Mangel, sondern in einer massiven Überfülle leben. Mit ihrem Community-Kitchen-Modell verbindet sie Lebensmittelrettung, Bildung, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe – bewusst ohne Bedürftigkeits-Hierarchien.
Neben den unternehmerischen Aspekten ist die Keynote vor allem ein Appell an die innere Haltung: Angst ist kein Stoppsignal, sondern ein Hinweis auf fehlende Informationen. Große Ziele helfen, Probleme richtig einzuordnen. Seyfarth ermutigt dazu, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen begrenzen zu lassen und die eigene Lebendigkeit als Kompass zu nutzen. Ihre Botschaft: Wir sind als Gewinnerinnen und Gewinner geboren – und haben die Aufgabe, diese Welt aktiv mitzugestalten.
1. Gründe aus einem echten Problem heraus:
Nachhaltige Geschäftsmodelle entstehen dort, wo persönliche Betroffenheit auf gesellschaftlichen Mehrwert trifft.
2. Überfluss ist oft das wahre Problem:
Viele Geschäftsmodelle der Zukunft setzen nicht auf Mangel, sondern auf bessere Nutzung bestehender Ressourcen.
3. Angst ist ein Informationssignal, kein Hindernis:
Die Frage ist nicht, ob Angst da ist – sondern, ob man trotz ihr handelt.
4. Große Ziele relativieren kleine Probleme:
Wer groß denkt, lässt sich von operativen Rückschlägen weniger ausbremsen.
5. Unternehmertum ist Haltung, nicht Titel:
Wirkung entsteht durch Tun, Verantwortung und Konsequenz – nicht durch perfekte Lebensläufe oder formale Qualifikationen.
Günes Seyfarth ist Sozialunternehmerin, Speakerin und Vordenkerin für nachhaltiges Wirtschaften, Community Building und Lebensmittelrettung. Mit einem Hintergrund als Tanzpädagogin und Betriebswirtin verbindet sie unternehmerisches Denken mit gesellschaftlicher Verantwortung und einem starken Fokus auf Bildung und Teilhabe.
Sie ist Gründerin mehrerer Initiativen, darunter Betreuungseinrichtungen für Kinder, die nachhaltige Plattform mamikreisel sowie innovative Community-Kitchen-Konzepte, die Lebensmittelrettung, Umweltbildung und soziale Begegnung miteinander verbinden. Für ihr Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gastro-Gründerpreis, dem „Zu gut für die Tonne“-Preis sowie als Preisträgerin der Goldenen Bild der Frau.
Günes Seyfarth steht für einen optimistischen, mutigen und handlungsorientierten Ansatz: Wirtschaft als Gestaltungsraum, Unternehmertum als Werkzeug für gesellschaftlichen Wandel und Bildung als Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft.
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